Der im Lied "O alte Burschenherrlichkeit" der Prager
Wanderstudenten besungene "Breite Stein"
war ein schmaler
Steinbelag in der Mitte der zu Anfang des 19. Jahrhunderts noch nicht
gepflasterten Straßen, der sie bei schlechtem Wetter für Fußgänger
halbwegs passierbar machen sollte. In den
Universitätsstädten besaßen die Burschen das von
Bürgern, Füchsen und sogar Offizieren respektierte Vorrecht
auf dem Breiten Stein zu gehen. Was aber geschah, wenn zwei honorige
Burschen einander auf dem Breiten Stein entgegen kamen und nicht
wankten und nicht wichen? Weil man aneinander nicht vorbeigehen
konnte und keiner auf die Straße steigen wollte, dürfte in
der Regel eine Rauferei entstanden sein, obwohl der SC-Comment von
Halle aus dem Jahr 1799 in § 47 bestimmte: "Die Ehre des
Studenten leidet keineswegs, wenn er vom breiten Stein weicht; keiner
setzt sich durch Behauptung desselben in größeres
Ansehen."
Und wer sich nicht auf die Gasse wagte, schrieb mit finsterem Angesicht "Relationen" (veraltet für Berichte. daraus auch entstanden: relativ) oder machte still seine "Rezensionen", d.h. kritische Besprechungen einer künstlerischen oder wissenschaftlichen Arbeit.
jerum= Herr Jesus
quae mutatio rerum= welch Wandel der Dinge
Flaus eigentlich: Fries, Coating, in der Studentensprache: Rock (Quelle: Brockhaus von 1894, Band 6, Seite 875)
Mit Rapier
(französisch: rapière = Degen, der zur "Garderobe" getragen wurde)
bezeichnet man eine seit dem frühen 16. Jahrhundert im europäischen
Raum verbreitete Stich- und Hiebwaffe.