Ich schieß den Hirsch
- Ich schieß den Hirsch im wilden Forst, im tiefen Wald das Reh,
den Adler auf der Klippe Horst, die Ente auf dem See;
kein Ort, der
Schutz gewähren kann, wo meine Büchse zielt!
¦:Und
dennoch hab' ich harter Mann die Liebe auch gefühlt.:¦
- Kampiere oft zur Winterszeit in Sturm und Winternacht,
hab' überreift
und überschneit den Stein zum Bett gemacht;
auf Dornen
schlief ich wie auf Flaum, vom Nordwind unberührt,
¦:und
dennoch hat die harte Brust die Liebe auch gespürt.:¦
- Der wilde Falk ist mein Gesell, der Wolf mein Kampfgespann;
der Tag
geht mir mit Hundsgebell, die Nacht mit Hussa an;
ein Tannreis
schmückt statt Blumenzier den schweißbefleckten
Hut,
¦:und dennoch schlug die Liebe mir ins wilde
Jägerblut.:¦
- Ich sah den Freund dahingestreckt vom wilden Keilers Zahn.
Ich hab'
ihn selbst ins Grab gelegt und keine Träne rann.
Und weiter
ging's mit Hussa dann, ins wilde Tal hinab.
|: Und dennoch weint'
ich harter Mann an meines Liebchens Grab. :|
- O Schäfer auf dem weichen Moos, der du mit Blumen spielst,
wer
weiß, ob du so heiß, so groß wie ich die Liebe
fühlst.
Allnächtlich über'm schwarzen Wald, vom
Mondenschein umstrahlt,
|: schwebt königshehr die
Lichtgestalt, wie sie kein Meister malt. :|
- Wenn sie dann auf mich nieder sieht, wenn mich ihr Blick durchglüht,
da
weiß ich, wie dem Wild geschieht, das vor dem Rohre
flieht.
Und doch! mit allem Glück vereint, das nur auf Erden
ist,
|: als wenn der allerbeste Freund mich in die Arme schließt.
:|
- Und wenn ich einst gestorben bin, und lieg' im kalten Schrein,
als
braver Bursch, wie ich gelebt, will ich begraben sein.
Dann gebt
mir auch mein Cerevis, den Schläger in die Hand,
|: und
schlingt mir um die kalte Brust das blau weiß rote Band. :|
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