Ich schieß den Hirsch

  1. Ich schieß den Hirsch im wilden Forst, im tiefen Wald das Reh,
    den Adler auf der Klippe Horst, die Ente auf dem See;
    kein Ort, der Schutz gewähren kann, wo meine Büchse zielt!
    ¦:Und dennoch hab' ich harter Mann die Liebe auch gefühlt.:¦

  2. Kampiere oft zur Winterszeit in Sturm und Winternacht,
    hab' überreift und überschneit den Stein zum Bett gemacht;
    auf Dornen schlief ich wie auf Flaum, vom Nordwind unberührt,
    ¦:und dennoch hat die harte Brust die Liebe auch gespürt.:¦

  3. Der wilde Falk ist mein Gesell, der Wolf mein Kampfgespann;
    der Tag geht mir mit Hundsgebell, die Nacht mit Hussa an;
    ein Tannreis schmückt statt Blumenzier den schweißbefleckten Hut,
    ¦:und dennoch schlug die Liebe mir ins wilde Jägerblut.:¦

  4. Ich sah den Freund dahingestreckt vom wilden Keilers Zahn.
    Ich hab' ihn selbst ins Grab gelegt und keine Träne rann.
    Und weiter ging's mit Hussa dann, ins wilde Tal hinab.
    |: Und dennoch weint' ich harter Mann an meines Liebchens Grab. :|

  5. O Schäfer auf dem weichen Moos, der du mit Blumen spielst,
    wer weiß, ob du so heiß, so groß wie ich die Liebe fühlst.
    Allnächtlich über'm schwarzen Wald, vom Mondenschein umstrahlt,
    |: schwebt königshehr die Lichtgestalt, wie sie kein Meister malt. :|

  6. Wenn sie dann auf mich nieder sieht, wenn mich ihr Blick durchglüht,
    da weiß ich, wie dem Wild geschieht, das vor dem Rohre flieht.
    Und doch! mit allem Glück vereint, das nur auf Erden ist,
    |: als wenn der allerbeste Freund mich in die Arme schließt. :|

  7. Und wenn ich einst gestorben bin, und lieg' im kalten Schrein,
    als braver Bursch, wie ich gelebt, will ich begraben sein.
    Dann gebt mir auch mein Cerevis, den Schläger in die Hand,
    |: und schlingt mir um die kalte Brust das blau weiß rote Band. :|

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