Aura academica

  1. Freunde, trinkt in vollen Zügen musenstädtschen Gerstensaft,
    allen Ganzen zu genügen, wächst uns wieder Riesenkraft.
    Nimmer weichen wir im Streite, stehet uns als Helfer da,
    |: leichtbeschwingte, kampfbereite Aura academica! :|

  2. All zerstreut in deutschen Landen waren wir zur Ferienzeit,
    jener stak in Bücherbanden, dieser trat die Straßen breit.
    Laufkur, Luftkur, Bäder, Wässer, Sommerspritzen fern und nah
    |: stärkten wohl, doch stärket besser Aura academica. :|

  3. Aura ist kein Moschusdüftchen, wie's der Schwung im Sacktuch trägt;
    ist kein säuselnd Zephyrlüftchen, das sich kosend um dich legt.
    Aura ist ein Wirbelwehen, frohsten Treibens anima,
    drin sich Geist und Jugend drehen, Aura academica.

  4. Luft und Licht, des Lebens Sonnen, wirft sie keck durchs Drahtgestell
    auf den schwarzen Weisheitsbronnen, jüngt am Brett, den Wissensquell.
    Strömt der Boden Zauberkräfte, stehen Geister helfend da?
    Eine nur leiht Wunderkräfte: Aura academica.

  5. Der Philister läßt sich tragen in der Musenstadt Bereich
    und ein Zauber sonder Sagen strahlt vom Mädchen liebebleich.
    Küsstest du der Jungfrau Wangen, dass ein Wandel hier geschah,
    dass; sie liebeglühend prangen, Aura academica?

  6. Freunde, trinkt in vollen Zügen musenstädtschen Gerstensaft,
    denn ein gottgesandtes Fügen gibt uns heute Wunderkraft:
    Jugendfrohsinn, Wissensstreben, schönste Minne tritt uns nah,
    alles nur durch dich gegeben, Aura academica!


Ein leichter lauwarmer Westwind wird Zephyr genannt nach Zephyr (auch Zephyros oder Zephyrus, "der vom Berge Kommende") einer Figur aus der griechischen Mythologie.
Minne (mittelhochdeutsch: Liebe) ist eine spezifisch mittelalterliche Vorstellung von gegenseitiger gesellschaftlicher Verpflichtung, ehrendem Angedenken und Liebe, die die adlige Feudalkultur des Hochmittelalters prägte.

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