Fragen und Antworten

Wir antworten hier auf häufig gestellte Fragen:

 

+ Was ist überhaupt eine Studentenverbindung?

Eine Studentenverbindung oder Korporation ist ein traditioneller humanistischer Freundschaftsbund von Studenten und ehemaligen Studenten einer Hochschule mit dem Ziel der Persönlichkeitsbildung.
Um von einer Studentenverbindung oder Korporation sprechen zu können, müssen mindestens folgende Kriterien erfüllt sein:

1. Lebensbundprinzip
2. Conventsprinzip (Demokratieprinzip)
3. eine wie auch immer geartete Form von Brauchtum
4. geeignete Ideale, jedenfalls aber die Grundsätze der Freiheit und der Ehrenhaftigkeit

Die moderne Korporation entstand im Zeitalter der Aufklärung gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Der Zweck der Studentenverbindung ist, Studenten und ehemalige Kommilitonen zu verbinden, ihre Bildung durch Vorträge und Exkursionen zu fördern, den geselligen kameradschaftlichen Umgang zu pflegen, sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und die Beziehungen zur ehemaligen Studienstätte zu halten, aber auch Kontakte zu anderen Hochschulorten zu knüpfen.

 

+ Ist Verbindung und Burschenschaft eigentlich dasselbe?

Nein, die Burschenschaften sind nur eine bestimmte Art von Verbindung, nicht einmal die zahlenmäßig größte oder älteste; der richtige Oberbegriff ist Verbindung oder Korporation; es gibt akademische Korporationen-Studentenverbindungen und pennale Korporationen–Schülerverbindungen.

Das Mißverständnis kommt daher, daß bei praktisch allen Verbindungen die endgültig aufgenommenen Mitglieder und nur die Burschen genannt werden.

Ein Mitglied einer Burschenschaft heißt hingegen Burschenschafter, das einer Landsmannschaft Landsmannschafter, und ein Mitglied einer Turnerschaft Turnerschafter. Der Oberbegriff für die Mitglieder der unterschiedlichen Verbindungen ist Koporierter oder Verbindungsstudent, und nicht etwa Bursche.

 

+ Wie kann ich Mitglied in der ICFS werden?

Jeder Studierende, der FH-SWF kann Mitglied unserer Verbindung werden. Er wird zunächst für ein bis zwei Semester als Jungmitglied (Fux) in die ICFS aufgenommen. In dieser Zeit kann er ungezwungen unsere Verbindung, ihre Bräuche und ihre Mitglieder kennen lernen und hat die Möglichkeit bei Nichtgefallen jederzeit wiederauszutreten. Erst nach dieser Fuxenzeit wird er als Vollmitglied (Bursche) bestätigt.

Der erste Schritte sind immer die Kontaktaufnahme, an verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen und sich ein eigenes Bild zu machen.

 

+ Kann man einfach mal bei Euch vorbeischauen?

Zur ersten Kontaktaufnahme empfehlen wir unsere Donnerstagsstammtische jeden Do. ab 20:00 Uhr im Hotel Drei Kronen

 

+ Was kommt am Anfang auf mich zu?

Wenn Du Dich für einen Beitritt in die ICFS entscheidest, wirst Du sogenannter „Fux“. Als Fux genießt man eine gewisse „Narrenfreiheit“ und lernt das Verbindungsleben kennen. Üblicherweise dauert die Fuxenzeit ein Jahr, mindestens aber ein Semester. Anschließend, nach bestandener Brandung und Burschenprüfung, wird man zum „Bursch“ befördert. Mit der Erhebung in den Burschenstand erhält man die Rechte eines Vollmitgliedes, muss aber auch gewisse Pflichten, z.B. Chargenämter (=Vorstandsämter), übernehmen. Hierzu gehört die Organisation von Veranstaltungen oder auch die Übernahme der Leitung der Burschenschaft. Bei uns regiert die Jugend.

 

+ Kommt mein Studium zu kurz?

Was nützt das Bekenntnis zu unseren Werten und treuer Freundschaft, wenn es nicht durch Arbeit und Leistung seine Berechtigung erfährt. Ziel und Zweck unserer Studienjahre ist die wissenschaftliches Ausbildung. Das bedeutet einerseits das Streben nach einem guten und schnellen Studienabschluss. Doch das allein wird unserem Ansatz nicht gerecht. Wir versuchen in unserem Semesterprogramm mit Vorträgen von Referenten unterschiedlicher Fachrichtungen sowie Kontakt zu Berufsverbänden den Gedanken der universellen Bildung zu entsprechen.

 

+ Sind Mitgliedsbeiträge zu bezahlen?

Ja, die haben aber symbolischen Character!

Finanziert wird die ICFS von unseren Alten Herren, die im Berufsleben stehen. Dieser umgekehrte Generationenvertrag ist ein Grundprinzip aller Studentenverbindungen.

 

+ Ist die ICFS eine schlagende Verbindung, fechtet Ihr?

Nein. Die ICFS ist 1967 als nicht schlagende Verbindung gegründet worden.

 

+ Was heißt farbentragend? Was bedeuten die Bänder die Ihr tragt?

Wir tragen bei offiziellen Anlässen Band und Mütze in den Farben unserer Verbindung. Das Band ist unser gemeinsames Erkennungszeichen und das äußere Symbol unserer inneren Verbundenheit.

Das gemeinsame Band der ICFS umspannt unseren Lebensbund vom jungen Fuxen, über den Berufsanfänger bis ins hohe Alter. „Farbe tragen und Farbe bekennen“ ist für uns das Selbstverständnis auf dem die ICFS fußt. Für unsere Mitglieder ist das Tragen des Bandes Ausdruck ihres Bekenntnisses zu den Werten der ICFS und symbolisiert die Verbundenheit und Geschlossenheit der Gemeinschaft.
Band und Mütze sind die traditionellen Symbole unserer Verbindungen seit über 100 Jahren.

 

+ Wo steht die ICFS politisch?

Unser einziges Credo ist: Freiheit und Demokratie. Unter unseren Mitgliedern finden sich Anhänger aller politischen Richtungen, von überzeugten Grünen über politisch aktive Sozialdemokraten bis hin zu den klassischen CDU/CSU-Wählern.

Wenn alle das gleiche denken, denken alle falsch. Radikale und extremistische Positionen, unabhängig ob von rechts oder links, sowie religiösen Extremismus lehnen wir entschieden ab.

 

+ Mein Studium ist schon abgeschlossen. Kann ich trotzdem Mitglied werden?

Ja! Über die Aufnahme von Mitgliedern entscheidet unser General-Convent (Mitgliederversammlung). Wir freuen uns über Spätberufene, die bei uns eintreten möchten.

 

+ Was bringt mir eine Verbindung?

Im Berufsleben ist das Fachliche nur zu etwa 25 bis 30 Prozent für Deinen Erfolg relevant. Wenn Du eine Führungsposition anstrebst, sind es sogar nur etwa 15 Prozent!

Das bedeutet: Wenn Du Deine verfügbare Zeit zu 100 Prozent für das Fachliche aufwendest, hast Du eine falsche Entscheidung getroffen, denn am Ende stehst Du mit nur 15 Prozent der Fähigkeiten da, die Du eigentlich bräuchtest!

Die übrigen 85 Prozent kannst Du bei uns erwerben.

Erfreulicherweise musst Du dafür aber nicht 85 Prozent Deiner verfügbaren Zeit aufwenden, sondern vielleicht nur 10 oder 15 Prozent, und das auch nur in Deinen ersten paar Studiensemestern.

Denk mal drüber nach.

 

+ Kann ich das, was ich in einer Verbindung lerne, nicht auch woanders lernen?

Bis zu einem gewissen Grad ja, aber nirgends so umfassend und intensiv wie in einer Verbindung.

 

+ Behindert mich die Verbindung nicht im Studium?

Das könnte man meinen, und wahrscheinlich beschleicht die meisten Verbindungsstudenten zu irgendeinem Zeitpunkt mal dieser Eindruck.

Im Ergebnis aber studieren Verbindungsstudenten im Schnitt schneller als der durchschnittliche Kommilitone und erzielen dabei auch noch überdurchschnittlich gute Resultate bis hin zu Spitzenergebnissen.

Die Wahrscheinlichkeit, daß Du Dein Studium abbrechen wirst, schrumpft auf einen Bruchteil zusammen, wenn Du einer Verbindung angehörst.

 

+ Wie ist eine Studentenverbindung organisiert?

Eine Studentenverbindung besteht aus zwei organisatorisch getrennten Gruppen: Aktiven und Altherren

Der Aktiven besteht aus denjenigen Mitgliedern, die noch studieren, den sog. Aktiven. Die Altherren stehen im Berufsleben und haben die Hochschule verlassen.
Der Kern der Verbindung ist der Aktivenverband, der häufig auch als Aktivitas bezeichnet wird. Der Aktivenverband regelt alle seine Angelegenheiten in freier Selbstverwaltung auf seiner Mitgliederversammlung, dem Aktiven-Convent.

Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen von drei Aktiven, die vom Convent gewählt werden, den sog. Chargierten. Neben den Chargierten gibt es noch den Fuchsmajor, der für die Betreuung und Ausbildung der Füchse – so heißen die Neumitglieder der Verbindung – zuständig ist, sowie einige andere Amtsträger.
Das Verbindungsleben findet im wesentlichen während des Semesters statt. Für diese Zeit gibt es einen Veranstaltungskalender, das Semesterprogramm. Während der Semesterferien ruht der Verbindungsbetrieb weitgehend.

 

+ Ist das nicht alles ein bißchen altmodisch?

Unsere Gemeinschaft besteht aus ganz normalen Studenten von heute, die mitten im Leben stehen. Unsere Alten Herren bewähren sich im Beruf und nehmen Anteil am Leben der noch Studierenden. Daß wir Traditionen aus dem letzten Jahrhundert fortführen heißt nicht, daß wir auch geistig dort stehengeblieben sind. Wir fühlen uns modern.

 

+ Sind Studentenverbindungen Geheimbünde?

Nein, im Gegenteil. Ein Geheimbund versucht, seine Existenz zu verbergen. Das tun wir nicht. Wir stehen im Telefonbuch, unsere Satzungen sind häufig bei der Universität hinterlegt, viele Altherrenschaften sind beim Vereinsregister angemeldet, wir informieren im Internet über uns usw. Wir tragen sogar Farben, um uns als Verbindungsstudenten zu erkennen zu geben! Öffentlicher geht es nicht. Was es allerdings gibt, ist das Conventsgeheimnis.

Schüler- und Studentenverbindungen wurden in der Geschichte vielfach bekämpft, verboten und unterdrückt und existierten dann im Geheimen. In unserer heutigen freien Gesellschaft besteht dazu keine Veranlassung.

 

+ Habt Ihr nicht irgendwelche geheimen Rituale?

Nein. Wir haben zwar Rituale, aber die sind nicht geheim. Unsere Bücher und sonstige Veröffentlichungen, in denen sie dokumentiert sind, sind in öffentlichen Bibliotheken einsehbar bzw. im Buchhandel oder direkt beim Verlag käuflich zu erwerben. Außerdem gibt es inzwischen sehr viele Informationen auch im Internet. Im übrigen besteht, jedenfalls grundsätzlich, auch für Außenstehende die Möglichkeit, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen und diesen Ritualen beizuwohnen.

 

+ Warum macht Ihr das alles?

Wir machen das, weil die Freundschaft und die Gemeinschaft in unserer Verbindung es wert ist, daß man sich engagiert und darum kümmert. Für unseren Einsatz bekommen wir viel zurück – unser Freundeskreis ist größer als bei anderen Studenten. Und, nicht ganz unwichtig: Es ist macht Spaß!

 

+ Welche Hierarchien gibt es?

Eigentlich keine. Studentenverbindungen sind per Definition konsequent basisdemokratisch. Die Einteilung in Füchse, Burschen und Alte Herren hat nichts mit Hierarchien zu tun.

Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen des Convents, der Mitgliederversammlung der studierenden Mitglieder. (Alte Herren haben auf dem Aktivern-Convent kein Stimmrecht.) Der Vorstand der Verbindung, bestehend aus den drei Chargierten, wird vom Convent gewählt und unterliegt der Kontrolle durch regelmäßige Convente, gewöhnlich alle zwei Wochen. Selbstverständlich kann er jederzeit abgewählt werden. Der Vorsitzende der Verbindung ist nur Primus inter pares, d. h. Erster unter an Rang Gleichen.

Im übrigen werden Ämter überwiegend nur für ein Vierteljahr, andere für ein halbes Jahr, vergeben. Das Rotationsprinzip gab es also bei den Verbindungen schon immer. Sowohl die ständige basisdemokratische Kontrolle durch die Convente als auch das Rotationsprinzip sind offenkundig antihierarchisch.

 

+ Was bedeutet Lebensbundprinzip?

Was eine Verbindung im Gegensatz zu einem Verein auszeichnet ist das Lebensbundprinzip, eine Art Generationenvertrag oder Alumni-Programm. Die Mitgliedschaft ist lebenslang, das heißt nicht nur während des Studiums als Aktiver, sondern auch danach als Alter Herr bzw. Alte Dame. In diesem Status gibt man den jungen Studenten das zurück, was man zur eigenen Aktivenzeit von der Altherrenschaft bekommen hat: neben der ideellen und finanziellen Unterstützung auch Lebens- und Berufserfahrungen.